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Offshore-Windparks: Der Beitrag zur Energiewende

18.02.2015

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Energiepolitiker versprechend sich von Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende. Doch bei der Umsetzung von Projekten kommt es zu Problemen, es mangelt an den Stromverbindungen zum Festland. Bereits betriebsfertige Anlagen können keine Energie in die Netze einspeisen.

Verluste beim Vorzeigeprojekte “Riffgat”

Für Schlagzeilen sorgte kürzlich der Windpark “Riffgat” in der Nordsee vor Borkum. Obwohl der Investor EWE alle Windräder installiert hat, kann er mit den Anlagen noch keinen Strom produzieren. Die versprochenen Anschlüsse fehlen, der Stromnetzbetreiber Tennet befindet sich im Verzug. Mit einer Fertigstellung rechnet das Unternehmen erst im Frühjahr 2014. Bis dahin müssen die Investoren nicht nur auf die Einnahmen aus der Stromerzeugung verzichten, sie zahlen sogar drauf. Mit Dieselmotoren lassen sie die Anlagen laufen, um einer Verrostung der Rotoren vorzubeugen. Dabei handelt es sich nicht nur um ein finanzielles, sondern auch um ein ökologisches Ärgernis.


Drohende Kosten für die Verbraucher

Am Ende könnten die Stromkunden für die finanziellen Folgen der Verzögerung aufkommen. Grundsätzlich haftet die Stromnetzgesellschaft, in diesem Fall Tennet, bei einer verspäteten Fertigstellung für die Einkommensausfälle der Anlagenbetreiber. Unter bestimmten Umständen müssen sich aber sämtliche deutsche Netzbetreiber an den Kosten beteiligen, diese wiederum können einen Teil an die Verbraucher weitergeben. Hierfür hat die Bundesregierung bereits zum Jahresanfang 2013 die Offshore-Umlage auf die Strompreise eingeführt, auf jede Kilowattstunde entfällt momentan 0,25 Cent. Aus den angehäuften Geldern sollen Schadensersatzansprüche beglichen werden, die aus einem verzögerten Bau von Netzanschlüssen für Offshore-Parks resultieren. Schon jetzt werden Verbraucher damit im Vorhinein zur Kasse gebeten. Sollten sich die Schäden aus Schwierigkeiten wie bei “Riffgat” als hoch erweisen, kann es zu einer Steigerung dieser Offshore-Umlage kommen und die bereits teuren Strompreise noch weiter aufwärts treiben. Selbst Experten können bisher aber nicht voraussagen, wie sich das aktuelle Beispiel auswirkt. Die gesetzliche Regelung lässt offen, welche Anteile verantwortliche Netzgesellschaft, alle Netzbetreiber und die Kunden zu tragen haben.

Forderungen nach einer besseren Planung der Energiewende

Investoren, Gewerkschaften und die Landesregierungen der betroffenen Bundesländer an beiden deutschen Meeren drängen die Bundesregierung nun zum Handeln. Im gemeinsamen “Cuxhavener Appell” betonen sie die Bedeutung von Offshore-Windparks für die Energiewende und verleihen ihrer Sorge Ausdruck, dass die Hoffnungen in diese Technologie nicht erfüllt werden können. Sie kritisieren die Bundesregierung für ein aus ihrer Sicht unzureichendes Management und plädieren für einen Energiewende-Koordinator, der die Politik der beiden zuständigen Bundesministerien für Umwelt sowie für Wirtschaft vereinheitlicht. Aufgrund der fehlenden Planungssicherheit beim Netzanschluss haben mittlerweile einige Investoren ihre Projekte vorübergehend gestoppt, sie befürchten Verluste und Rechtsstreitigkeiten über den Schadensersatz. Dadurch sehen die Unterzeichnenden viele Arbeitsplätze insbesondere im norddeutschen Raum gefährdet. Allein vom Offshore-Bereich sollen heute etwa 18 000 Arbeitsplätze abhängen, bis zu 33 000 seien möglich. Doch die Sicherung der bisherigen Beschäftigung und ein Zuwachs setzen voraus, dass Investoren ihre Projekte ohne finanzielle Risiken umsetzen können. Zudem würde eine bessere Koordination der Energiewende die Wahrscheinlichkeit minimieren, dass sich Verbraucher mit weiteren schlechten Neuigkeiten in Form von Umlagensteigerungen konfrontiert sehen. Ein Anbietervergleich wird also auch in Kürze Lohnen.